Symptome und Folgen der chronischen Übersäuerung

Eine chronische Übersäuerung kann schwerwiegende Folgen haben, wie zum Beispiel:

Muskelschwund

Die chronische Übersäuerung beschleunigt den Eiweißabbau (Proteinabbau) und führt damit zu einer Abnahme der Muskulatur, die aus Eiweißen besteht. Gleichzeitig wird aufgrund der chronischen Übersäuerung weniger Albumin -das wichtigste Eiweiß im Blut- vom Körper produziert. Das bedeutet, die chronische Übersäuerung erhöht nicht nur den Eiweißabbau im gesamten Körper, sondern senkt auch die Eiweißproduktion. Der daraus folgende schleichende Verlust an Muskelmasse trägt zu weiteren gesundheitlichen Problemen und der Sterblichkeit von Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion bei.
Symptome: Schwächegefühl, verminderte Leistungsfähigkeit

Knochenschädigung

Mineralstoffe wie Calcium oder Magnesium können auch als Basen wirken. Wenn die Nieren zu schwach geworden sind, um den Säure-Basen-Haushalt bei chronischer Übersäuerung im Gleichgewicht zu halten, geht das im wahrsten Sinne des Wortes an die Knochen. Um den pH-Wert des Blutes zu erhalten, werden die Mineralstoffspeicher der Knochen geplündert. Doch wenn zu viele Mineralstoffe aus den Knochen herausgelöst werden, verlieren diese an Festigkeit und die Gefahr von Knochenbrüchen steigt.
Symptome: Schmerzen, Knochenbrüche

Weitere Nierenschädigung

Mehrere Studien bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion fanden heraus, dass eine Nierenschädigung schneller voranschreitet, wenn die Patienten chronisch übersäuert sind. In einer klinischen Studie konnte gezeigt werden, dass die Schädigung der Nieren bei Patienten mit einer unbehandelten chronischen Übersäuerung schneller voranschreitet als bei Patienten, deren chronische Übersäuerung mit Bicarbonat-Tabletten behandelt wird. Aber Achtung: Zu viel Bicarbonat ist ebenfalls ungesund, daher bitte Bicarbonat nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen.
Symptome: Ein Funktionsverlust der Niere verursacht zunächst keine Symptome, bei zunehmender Schädigung können eine gelbe Verfärbung und Juckreiz der Haut, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten.

Erhöhte Sterblichkeit

Der Serum-Bicarbonatspiegel steht in einem U-förmigen Zusammenhang mit der Sterblichkeit bei niereninsuffizienten Patienten. Das heißt, sowohl Patienten mit einem sehr niedrigen Bicarbonatspiegel als auch Patienten mit einem sehr hohen Spiegel haben ein höheres Risiko, zu versterben. Die niedrigste Sterblichkeit findet sich bei Patienten mit Bicarbonatspiegeln zwischen 26 und 29 mmol/l (siehe mittlere Abbildung).

Blutdruckabfall und Herzrhythmusstörungen

Durch die chronische Übersäuerung im Körper steigt der Kaliumspiegel im Blut an. Weil Kalium eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Herztätigkeit spielt, können dadurch der Blutdruck und die Herzschlagrate sinken und die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt werden.
Symptome: Verringerte Leistungsfähigkeit, Schwindel

Diabetes

In einer Langzeitstudie (Nurses‘ Health Study) wurden 630 Frauen, die zu Beginn der Studie keinen Diabetes mellitus Typ 2 hatten, diesen jedoch innerhalb von 10 Jahren entwickelten, mit 630 Frauen vergleichen, die im gleichen Zeitraum keinen Diabetes entwickelten. Dabei wurde festgestellt, dass die Frauen, die zu Beginn einen niedrigeren Bicarbonatspiegel, d.h. eine chronische Übersäuerung hatten, häufiger einen Diabetes entwickelten. Offenbar fördert eine chronische Übersäuerung die Insulinresistenz, die Körperzellen reagieren also nicht mehr so gut auf Insulin. Da Insulin das einzige Hormon ist, das den Blutzuckerspiegel senken kann, funktioniert die Blutzuckerregulation nicht mehr richtig und ein Diabetes mellitus entwickelt sich.
Symptome: Oft ist Azetongeruch im Atem das einzige Symptom bei Diabetes mellitus Typ 2. Weitere mögliche Symptome umfassen häufiges Wasserlassen, Durst, trockene/juckende Haut, Müdigkeit, schlechte Wundheilung und erhöhte Infektanfälligkeit.

Vermehrte Atemarbeit

Bei einer chronischen Übersäuerung entsteht durch den Abbau der überschüssigen Säuren im Blut übermäßig viel Kohlendioxid. Der Körper versucht wieder einen normalen Spiegel herzustellen, indem er durch schnelleres und tieferes Atmen vermehrt Kohlendioxid ausatmet, d.h. es entsteht Kurzatmigkeit. Meist reicht dies jedoch nicht aus, um die chronische Übersäuerung des Körpers auszugleichen.
Symptome: Kurzatmigkeit




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