Wie entsteht eine chronische Übersäuerung?

Sehr viele Vorgänge in unserem Blut beeinflussen unser Wohlbefinden. Das ist auch kein Wunder, schließlich versorgt das Blut unsere Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen und transportiert „Abfälle“ von dort weg. Daran sind viele „Helferchen“ beteiligt, zum Beispiel Enzyme und Blutzellen (siehe Abbildung). Diese können aber nur dann richtig arbeiten, wenn der pH-Wert des Blutes im normalen Bereich liegt (siehe linke Seite der Abbildung). Wird er zu sauer, verformen sie sich und arbeiten nicht mehr richtig (siehe rechte Seite der Abbildung). Damit sich also Enzyme und Blutzellen im Körper wohlfühlen und gut arbeiten, „puffert“ unser Organismus Säuren und Basen ab, die wir mit dem Essen aufnehmen oder durch Muskelarbeit bilden. „Abpuffern“ bedeutet, dass die sauren oder basischen Substanzen im Blut so verändert werden, dass sie ihre sauren oder basischen Eigenschaften verlieren und sich ihr pH-Wert in den normalen Bereich bewegt. Im menschlichen Körper entstehen täglich große Mengen an Säuren, die ausgeatmet, über den Urin ausgeschieden oder durch Basen ausgeglichen werden müssen, um eine gefährliche metabolische Azidose zu verhindern. Dies geschieht folgendermaßen:

Eine metabolische Azidose, d.h. stoffwechselbedingte Übersäuerung, kann eine oder mehrere der folgenden Ursachen haben:
  • Erhöhte Produktion von Säuren
  • Erhöhter Verlust von Basen (Bicarbonat)
  • Verringerte Ausscheidung von Säuren durch die Nieren
Diese Übersäuerung steht meist in Zusammenhang mit einer dauerhaft verminderten Nierenfunktion, denn je schlechter die Nieren funktionieren, desto weniger Säuren können sie über den Urin ausscheiden. Durch eine Ernährung mit vielen Säure-bildenden Nahrungsmitteln wie z.B. Fleisch- und Wurstwaren, Weißmehlprodukten und Zucker (klicken Sie hier für eine Tabelle mit Säure- und Base-bildenden Lebensmitteln) wird die chronische Übersäuerung beschleunigt. Zunächst werden die Säuren durch körpereigene Basen (Bicarbonat) neutralisiert. Wenn die Nieren nicht mehr genug Bicarbonat herstellen können, nimmt der Bicarbonatspiegel im Blut ab. Durch die Messung des Bicarbonatspiegels kann daher eine Übersäuerung diagnostiziert werden. Die Messung des pH-Wertes im Urin ist hingegen nicht geeignet, um eine Übersäuerung des Blutes nachzuweisen.


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