Chronische metabolische Azidose

Bild von Zitronen. Link zur Übersäuerung

Was ist die (e)GFR?

 

Die Abkürzung GFR steht für „glomeruläre Filtrationsrate“ und ist das meistverwendete Maß für die Funktionsfähigkeit der Nieren. Da eine direkte Messung der GFR sehr aufwändig ist, wird die GFR anhand von Blutwerten, Alter und Geschlecht eines Patienten geschätzt. Sie findet sich als eGFR (e steht für estimated/geschätzt) bei den Laborwerten.

Um besser zu verstehen, was es mit der eGFR auf sich hat, schauen wir uns zuerst den Begriff „glomerulär“ an. Er steht für das Glomerulum, einem Knäuel feinster Blutgefäße, die als Kapillaren bezeichnet werden. Weil die Kapillaren sehr dünne Wände haben, werden durch den Blutdruck Flüssigkeit und gelöste Stoffe aus dem Blut in das Nierengewebe gedrückt. Bei diesem Vorgang passen ein Teil der im Blut gelösten Stoffe und die Blutzellen nicht durch die Kapillarwände. Die Kapillarwand wirkt also wie ein Filter, der Stoffe aus dem Blut abfiltriert. Dies ist der erste Schritt zur Bildung von Harn.

Das Glomerulum ist eingebettet in die funktionelle Einheit der Nieren, das Nephron. Im Nephron holt sich die Niere einen großen Teil der Flüssigkeit und der gelösten Stoffe, die der Körper braucht und die nicht ausgeschieden werden sollen, aus dem Harn zurück. So werden durch die Niere giftige und nicht verwertbare Substanzen aus unserem Körper „entsorgt“, und verwertbare Substanzen im Körper gehalten.

Die „Filtrationsrate“ beschreibt die Menge an Flüssigkeit, die in den Glomeruli beider Nieren aus dem Blut in die Niere abfiltriert wird. Diese beträgt bei gesunden Menschen etwa 170 Liter pro Tag! Die Nieren holen mehr als 99 % der im Glomerulum filtrierten Flüssigkeit im Nephron wieder zurück, sodass täglich nur etwa 1,5 Liter Urin ausgeschieden werden.

Die eGFR wird anhand der Filtration von Kreatinin bestimmt. Kreatinin ist ein Molekül, das vor allem beim Abbau von Muskelgewebe entsteht. Die tatsächliche GFR lässt sich nur durch Sammeln des Urins über 24 Stunden bestimmen. Da das sehr aufwändig ist, wird die GFR geschätzt (estimated; das „e“ in der eGFR). Hierfür wird der Kreatiningehalt im Blut bestimmt. Unter Berücksichtigung des Geschlechts, Alters und der Körperoberfläche lässt sich daraus die eGFR berechnen. Für die Berechnung haben Wissenschaftler verschiedene Verfahren entwickelt. Standard ist heute die Berechnung nach der MDRD- oder CKD-EPI-Formel.

Der berechnete Wert der GFR ist keine Messung, sondern eine Schätzung. Daher wird der Wert vom Arzt in Zusammenhang mit weiteren Auffälligkeiten des Patienten bewertet, z.B. Protein im Urin, Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes und der Entwicklung der eGFR über die Zeit.